Clubhouse – der Hype um die Audio-Chat-App

Seit kurzer Zeit ist eine App in Allermunde. Eine App, die es so bisher noch nicht gegeben hat. Gerade schwimmt die App auf einem ziemlichen Hype. Dieser Hype basiert in erster Linie wahrscheinlich darauf, dass nicht alle Nutzer, die wollen, sich auch in dieser App anmelden können. Um sich anmelden zu können, müssen die Nutzer von anderen Nutzern eingeladen werden.

Wir erklären euch in diesem Beitrag, was die App ausmacht, welche Besonderheiten diese hat, wie ihr diese nutzen könnt und welche Probleme derzeit noch bestehen.

Was ist Clubhouse?

Die App „Clubhouse“ ist eine reine Audio-App, das bedeutet ihr könnt dort nicht wie bei WhatsApp, Telegram oder Threema schreiben, sondern nur live sprechen. Richtig zu einem sozialen Netzwerk oder zu einem Messenger kann die App nicht zugeordnet werden, da in gewisser Weise sowohl Aspekte aus einem Messenger als auch aus einem sozialen Netzwerk vorhanden sind.

Diese App basiert auf dem Prinzip der Diskussionsrunden, bei denen es einen Moderator gibt, der die Diskussion leitet. Als nächste Stufe gibt es sogenannte Sprecher, die sprechen und sich aktiv an der Diskussion beteiligen dürfen. Die Sprecher werden von dem Moderator ernannt oder wieder entfernt. Die unterste Stufe bilden die sogenannten Zuhörer, die wie der Name schon sagt, nur zuhören und sich nicht aktiv beteiligen können. Aus den Zuhörern werden die Sprecher ernannt und entfernte Sprecher werden wieder zu Zuhörern. Man kann auch durch eine Handhebefunktion darauf Aufmerksam machen, dass man an der Diskussion aktiv teilnehmen möchte.

Clubhouse Hype durch Exklusivität

Wie oben kurz erwähnt, ist die App eher exklusiv. Die App kann zurzeit nur auf iOS-Geräten aus dem App-Store geladen werden. Selbst wenn ihr ein iPhone haben solltet, habt ihr noch nicht einmal die Hälfte geschafft, um Nutzer zu werden. Ihr könnt nur dann Nutzer werden, wenn ihr vorher von einem bereits aktiven Nutzer eingeladen werdet. Dieser aktive Nutzer muss euch in seinen Kontakten haben, um die Einladung überhaupt versenden zu können. Dann müsst ihr auch noch Glück haben oder es vorher mit dem aktiven Nutzer abgesprochen haben, dass er euch die Einladung schickt, denn ein Clubhouse-Nutzer hat zu beginn nur 2 Einladungen.

Gerade weil die App somit nur explizit eingeladene Nutzer hat, wollen alle anderen auch dazugehören. Dadurch entsteht der Hype, den die App gerade hat. Aus der Marketingsicht beruht der Hype dieser App auf dem Prinzip der künstlichen Verknappung. Das bedeutet, dass weniger angeboten wird als vorhanden ist.

Die App hat auch großen Wert darauf gelegt Promis einzuladen, die ihre Anmeldung bei der App häufig mit ihren Fans teilen und die App somit promoten. Neben amerikanischen Promis sind auch einige bekannte deutsche Persönlichkeiten in der App zu finden.

Probleme für Unternehmen

Neue Apps, gerade neue Apps die extrem schnell wachsen, haben zu Beginn meist große Probleme. Sind die Apps dann auch noch aus dem Ausland, wie bspw. aus Amerika, kann es rechtlich gesehen schnell problematisch werden. Clubhouse passt genau in dieses Beispiel hinein. Die App ist neu, sehr schnell gewachsen und kommt aus dem Ausland. Die rechtliche Grundlage der App basiert auf dem Recht des Landes, aus dem die App kommt.

Bei Clubhouse wäre das das amerikanische Recht. Dieses Recht kollidiert jedoch mit dem in Deutschland geltenden Recht. In Deutschland gibt es die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und ein eigenes für deutsche Nutzer ausgelegtes AGB-Recht.

Clubhouse ist nicht datenschutzkonform mit der DSGVO, da beispielsweise die Daten auf unbekannten Servern in den USA gespeichert werden sowie das Adressbuch des Telefons auf diese Server hochgeladen wird und nicht transparent ist, welchen Zweck diese Datenspeicherung hat. Die App speichert zusätzlich für eine kurze Zeit auch Sprachaufnahmen aus den Chats. Für Privatperson ist das Hochladen des Adressbuchs ohne die Zustimmung der einzelnen Kontakte rechtlich schon sehr bedenklich. Meldet sich ein Unternehmen mit einem Handy an, auf dem Kunden in den Kontakten gespeichert werden, verstößt dieses Unternehmen sogar gegen die Datenweitergabe-Verordnung.

Ein weiteres Problem ist die kommerzielle Nutzung der App. Gerade bei neuen und vor allem trendigen Apps springen Unternehmen gerne auf und reiten auf der Welle mit. Bei Clubhouse ist das nicht anders- Trotzdem hat die App in den AGBs stehen, dass jegliche kommerzielle Nutzung innerhalb der App verboten ist. Die App soll nur für den privaten Gebrauch sein. Folglich dürfen nach heutigem Stand kommerzielle Werke nicht verkauft, beworben oder angeboten werden. Diese Regelungen können sich aber in Zukunft auch ändern, so dass es auch in Clubhouse zu Monetarisierungsmöglichkeiten für sogenannte „Creators“ kommt. Dann würde einer kommerziellen Nutzung nichts mehr im Weg stehen.

Ist Clubhouse nun schlecht?

Sollte man Clubhouse nicht benutzen oder doch? Das ist eine gute Frage. Wir finden, dass jeder sich selbst überlegen sollte, ob er diese App benutzt oder nicht. Die Risiken sind nach wie vor hoch und ein Datenschutz ist nicht lückenlos gewährt.

Ihr müsst auch darauf aufpassen, dass ihr nicht einfach die Daten eurer Kontakte weitergebt. Ihr müsst euch natürlich auch mit den Risiken der App vertraut machen und gut abwägen, ob ihr diese eingehen möchtet.

Für Unternehmen raten wir vorerst noch von der Nutzung der App ab. Die App ist noch nicht DSGVO-konform und kann daher Unternehmen in Schwierigkeiten bringen. Desweiteren ist die kommerzielle Nutzung derzeit noch verboten und die App würde vielen Unternehmen recht wenig bringen.

Euer Agenturteam von Lenner Online Marketing