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Muss der Chef vor die Kamera?

Muss der Geschäftsfürher vor die Kamera?

„Wir müssen auf Social Media persönlicher werden!“ Klingt erstmal gut. Bis jemand fragt: Wer soll dafür eigentlich vor die Kamera?

Muss es wirklich der Geschäftsführer sein? Reicht ein Einblick ins Team? Oder kann auch eine Unternehmensseite ohne regelmäßige Gesichter erfolgreich sein?

Die Antwort: Nicht jeder Chef muss zum Content Creator werden. Aber jedes Unternehmen sollte zeigen, was es besonders macht.

Braucht jedes Unternehmen ein Gesicht?

Menschen vertrauen Menschen. Deshalb kann es sich lohnen, wenn Geschäftsführer auf Social Media selbst sichtbar werden. Besonders auf LinkedIn können persönliche Profile dabei helfen, Kontakte zu knüpfen und fachliche Bekanntheit aufzubauen.

Dafür braucht es nicht unbedingt regelmäßige Videos. Auch persönliche Einschätzungen zu Branchenthemen, Erfahrungen aus Projekten oder Einblicke in unternehmerische Entscheidungen können Interesse wecken.

Entscheidend ist nicht, wie oft der Chef zu sehen ist, sondern ob seine Perspektive einen Mehrwert bietet.

Persönlich bedeutet nicht privat 

Wer auf Social Media Persönlichkeit zeigen möchte, muss nicht gleich sein halbes Privatleben veröffentlichen.

Auch die Art der Kommunikation, der Umgang mit Kunden und die tägliche Zusammenarbeit vermitteln einen Eindruck davon, wofür ein Unternehmen steht.

Ein authentischer Einblick in ein Projekt kann dabei mehr erzählen als ein perfekt inszeniertes Imagevideo. Für erfolgreiches Social Media Marketing kommt es deshalb vor allem auf einen glaubwürdigen, wiedererkennbaren Unternehmensauftritt an.

Welche Inhalte passen zu welcher Branche? 

Nicht jede Branche braucht dieselbe Social-Media-Strategie. Was in einem Supermarkt funktioniert, muss für eine Rechtsanwaltskanzlei noch lange nicht passen.

Rechtsanwaltskanzleien: Hier zählt vor allem fachliche Kompetenz. Anwälte können aktuelle Rechtsfragen verständlich erklären, ohne selbst regelmäßig vor der Kamera stehen zu müssen.

Arzt- und Therapiepraxen: Patienten möchten wissen, wem sie ihre Gesundheit anvertrauen. Einblicke ins Praxisteam oder Erklärungen zu Behandlungen können Unsicherheiten abbauen.

Lebensmitteleinzelhandel: Hier dürfen Inhalte lebendiger sein. Mitarbeitende können Produktneuheiten vorstellen oder zeigen, was hinter den Kulissen des Marktes passiert.

Wie viel Persönlichkeit ist zu viel? 

So hilfreich eine persönliche Präsenz sein kann, sie bringt auch Verantwortung mit sich.

Unbedachte Aussagen von Geschäftsführern können sich auf die Reputation des gesamten Unternehmens auswirken. Besonders bei sensiblen Branchenthemen, öffentlichen Positionierungen oder vertraulichen Informationen ist Vorsicht geboten.

Deshalb braucht es klare Grenzen. Welche Themen passen zur Marke? Wer möchte öffentlich auftreten? Und was sollte lieber intern bleiben?

Auch Mitarbeitende sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie Teil der öffentlichen Kommunikation sein möchten.

Persönlichkeit ja, Kamerapflicht nein! 

Social Media funktioniert nicht nach dem Prinzip: Je mehr Gesichter, desto erfolgreicher.

Ob Geschäftsführer, Mitarbeitende oder klassische Unternehmenskommunikation – wichtig ist, dass die Inhalte zur Marke und ihrer Zielgruppe passen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wer muss vor die Kamera?“, sondern: „Wie zeigen wir am besten, wer wir sind und wofür wir stehen?“