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Wenn Kunden plötzlich Marketing machen

Kundenempfehlungen im Marketing erklärt von Lenner Online Marketing

Eine Story mit dem neuen Sneaker. Ein Restauranttipp in der WhatsApp-Gruppe. Ein „Da musst du unbedingt hin!“ unter Freunden. Oder ein Produkt, das ungefragt im nächsten TikTok landet.

Für all das hat das Unternehmen keinen Werbeplatz gebucht.

Die Kunden machen die Werbung selbst.

Genau das passiert, wenn aus Kunden echte Fans werden. Sie konsumieren eine Marke nicht einfach nur, sondern tragen sie freiwillig nach außen.

Doch warum machen Menschen eigentlich Werbung für Unternehmen, obwohl sie dafür gar nicht bezahlt werden?

Empfehlungen sind ein ziemlich mächtiger Werbeplatz

Werbung begegnet uns überall. Eine persönliche Empfehlung funktioniert jedoch anders.

Wenn der beste Freund von einem Restaurant schwärmt, die Kollegin einen Onlineshop empfiehlt oder jemand seinen neuen Lieblingsladen in der Story markiert, steckt dahinter keine klassische Werbebotschaft. Es ist ein persönlicher Tipp. Und der kann neue Menschen erreichen, ohne dass das Unternehmen selbst den ersten Kontakt hergestellt hat.

Genau deshalb endet gutes Marketing nicht unbedingt beim Kauf. Besonders spannend wird es, wenn Kunden anschließend selbst dafür sorgen, dass weitere Menschen auf ein Unternehmen aufmerksam werden.

Menschen teilen, was etwas über sie erzählt

Warum posten Menschen bestimmte Sneaker, tragen Merch ihrer Lieblingsband oder zeigen ganz selbstverständlich, welchen Kaffee sie morgens trinken? Nicht jede Empfehlung beginnt mit dem Gedanken: „Ich möchte diesem Unternehmen helfen.“ Oft teilen Menschen Dinge, weil sie zu ihnen passen.

Marken können Teil des eigenen Geschmacks, eines Hobbys oder einer Community werden. Wer sie zeigt, erzählt damit gleichzeitig ein kleines Stück über sich selbst. Aus einem Produkt wird dadurch Gesprächsstoff – und aus einem Kunden jemand, der die Marke sichtbar macht.

Aus einer Empfehlung werden plötzlich zehn

Früher fand Mundpropaganda hauptsächlich im direkten Gespräch statt. Heute reicht dafür ein Smartphone. Ein Restaurantbesuch landet in der Instagram-Story. Ein neues Produkt wird auf TikTok gezeigt. Unter einem Reel wird ein Freund markiert. In einer WhatsApp-Gruppe fällt eine Empfehlung. Dadurch hat sich die Reichweite persönlicher Empfehlungen verändert.

Aus „Ich erzähle einem Freund davon“ kann heute schnell „Ich zeige es meiner gesamten Community“ werden. Für Unternehmen bedeutet das: Kunden sind längst nicht mehr nur Empfänger von Marketing. Sie können selbst zu einem Teil davon werden.

Wenn Fans selbst Content produzieren

Besonders interessant wird es, wenn Menschen nicht nur empfehlen, sondern eigene Inhalte rund um eine Marke erstellen. Unboxings, Produktreviews, Fotos, Tutorials oder Reaktionsvideos entstehen täglich, ohne dass Unternehmen jeden einzelnen Beitrag selbst planen oder produzieren.

Dafür gibt es sogar einen Begriff: User Generated Content, kurz UGC. Solche Inhalte erweitern die Kommunikation einer Marke um etwas, das sie selbst nur schwer herstellen kann: die Perspektive echter Nutzer. Die Marke spricht plötzlich nicht mehr allein über sich selbst. Andere tun es für sie.

Eine Community kann größer werden als die Marke selbst

Die nächste Stufe entsteht, wenn Fans nicht mehr nur mit einem Unternehmen, sondern auch miteinander interagieren. Sie tauschen Tipps aus, diskutieren Neuheiten, erstellen Insider-Memes, beantworten gegenseitig Fragen oder warten gemeinsam auf den nächsten Produktlaunch.

Aus einzelnen Kunden wird eine Community. Das verändert auch die Rolle des Unternehmens. Es muss nicht mehr jede Unterhaltung selbst beginnen. Rund um die Marke entstehen Gespräche, die von den Menschen weitergetragen werden.

Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen Reichweite und echter Markenbegeisterung: Reichweite bedeutet, dass viele Menschen eine Marke sehen. Eine Community sorgt dafür, dass Menschen selbst über sie sprechen.

Kann man Fans überhaupt planen?

Niemand kann in einem Marketingplan festlegen: „Im nächsten Quartal gewinnen wir 500 echte Fans.“ Unternehmen können aber die Voraussetzungen dafür schaffen. Sie können Inhalte produzieren, die Menschen gerne teilen. Sie können ihre Community einbeziehen, auf Beiträge reagieren, Gespräche anstoßen und ihren Kunden Möglichkeiten geben, selbst Teil der Kommunikation zu werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:„Was wollen wir unseren Kunden erzählen?“
Sondern auch: „Was könnten unsere Kunden über uns erzählen?“

Fazit: Marketing muss nicht immer beim Unternehmen anfangen

Die spannendste Werbung ist manchmal die, die ein Unternehmen gar nicht selbst erstellt hat. Wenn Kunden Produkte zeigen, Freunde markieren, Empfehlungen aussprechen oder eigenen Content produzieren, wird aus einer klassischen Kundenbeziehung etwas Größeres.

Die Marke bekommt Menschen, die ihre Botschaft freiwillig weitertragen. Und genau deshalb lohnt es sich, Marketing nicht nur für Kunden zu machen, sondern auch mit ihnen.